Aktuell gesperrt
| Strecke / Stelle | Was & warum | Bis wann |
|---|---|---|
| B 296 Ziegelgrabenklappbrücke (Rügendamm, Stralsund – Dänholm) | Die Klappbrücke im Zuge des Rügendamms wird ganzjährig sechsmal täglich für die Schifffahrt geöffnet, der Straßenverkehr steht dabei jeweils rund 20 Minuten. Zeiten laut Landesamt für Straßenbau und Verkehr M-V: 5.20, 8.20, 12.20, 15.20, 17.20 und 21.30 Uhr. Ausweichweg ist die Strelasundquerung (B 96n). | sechsmal täglich |
| Ortslage Putgarten / Zufahrt Kap Arkona und Vitt (Halbinsel Wittow) | Putgarten ist für den privaten Pkw- und Busverkehr gesperrt. Abgestellt wird auf dem Parkplatz am Südrand des Ortes, weiter geht es nur mit dem Pendelverkehr, per Rad oder zu Fuß. Die Regelung gilt auch für die Zufahrt nach Vitt. | dauerhaft |
| Zufahrt Nationalpark-Zentrum Königsstuhl (Nationalpark Jasmund, Sassnitz/Lohme) | Aus Naturschutzgründen ist die Durchfahrt bis zum Nationalpark-Zentrum Königsstuhl nur für Reisebusse und den öffentlichen Nahverkehr der VVR gestattet. Eine direkte Pkw-Zufahrt besteht nicht; Fahrzeuge bleiben auf dem Großparkplatz Hagen, von dort fährt die Buslinie 19. | dauerhaft |
| Insel Hiddensee (gesamtes Straßen- und Wegenetz) | Motorisierte Fahrzeuge sind auf der Insel grundsätzlich nicht zugelassen; jede Nutzung mit motorisierten Fahrzeugen bedarf einer vorherigen Sondernutzungserlaubnis, die der Hiddenseer Hafen- und Kurbetrieb nur in begründeten Ausnahmefällen befristet erteilt. Straßen, Wege und Plätze sind für Fuhrwerke, Räder und Fußgänger bestimmt. | dauerhaft |
Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.
Flache Insel, enge Alleen: Streckenzustand und Regeln auf Rügen

Wer Rügen mit der Erwartung von Serpentinen, Kehren und Höhenmetern ansteuert, wird umdenken müssen: Die größte deutsche Insel ist flach bis sanft gewellt, das Straßennetz besteht überwiegend aus gut ausgebauten Landstraßen. Die Hauptachse ist die B96, die von der festen Querung bei Stralsund quer über die Insel bis Sassnitz führt; die B196 erschließt den Osten Richtung Seebäder. Dazwischen liegt ein dichtes Netz aus Nebenstraßen und den für Mecklenburg-Vorpommern typischen Alleen. Gefahren wird im mittleren Tempo, durch eine Landschaft aus Bodden, Kreideküste und Buchenwald, die alle paar Kilometer umschlägt.
Verkehrsregeln auf der Insel
Es gelten die normalen deutschen Tempolimits: 50 km/h innerorts, 100 km/h außerorts auf Landstraßen, dazu örtliche Beschränkungen, die auf Rügen häufig sind. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille, für Fahranfänger und unter 21 gilt 0,0. Insgesamt ist Rügen eine ruhige, gut beschilderte Fahr-Region – die Gefahren liegen weniger in der Strecke als in Nässe, Laub, Wild und dem touristischen Gedränge der Hochsaison.
Sicherheit in den Alleen: Belag, Licht und was beides zusammen anrichtet
Die baumgesäumten Landstraßen sind das Rückgrat des Reviers und gleichzeitig der Punkt, an dem die meisten Fehler passieren. Der Belag ist dort oft alt und geflickt. Wurzeln alter Bäume drücken die Fahrbahn in unregelmäßigen Wellen hoch, meistens am Rand, manchmal quer durch die Spur. Der Randstreifen ist häufig abgebrochen, sodass eine harte Kante zwischen Asphalt und Bankett steht – wer dort mit dem Vorderrad hineinkommt, korrigiert nicht mehr sauber zurück.

Das eigentliche Problem ist aber das Licht. Unter geschlossenen Kronen wechseln sich helle und dunkle Zonen im Sekundentakt ab, und in diesem Flackern verschwinden Schlaglöcher, Flickstellen und Bodenwellen praktisch vollständig. Ein stark getöntes Visier verschärft das erheblich; auf Alleenstrecken ist ein klares oder allenfalls leicht getöntes Visier die deutlich bessere Wahl. Dazu kommt der Schattenwurf über den Tag: Was am Morgen nach Regen im Schatten liegt, bleibt bis in den Nachmittag feucht, und zwar streifenweise. Es kommt vor, dass eine Kurve außen trocken und innen dunkel und nass ist.
Weitere Alleen-Klassiker auf der Insel: Moos und Algen am Fahrbahnrand, Laub in den Senken ab September, Lehm an Feldausfahrten nach Erntearbeiten, und Einmündungen, die hinter Stämmen erst spät sichtbar werden. Landmaschinen sind hier keine Ausnahme, sondern Normalbetrieb, und in dieser Kulisse steht man schnell dahinter, bevor man sie überhaupt gesehen hat. Wer in Alleen zügig unterwegs sein will, braucht den Blick weit voraus und die Bremse früh – nicht umgekehrt.
Dazu kommt der Wildwechsel. In den Waldgebieten der Stubnitz im Nationalpark Jasmund und rund um die Granitz stehen Reh und Damwild vor allem in der Dämmerung auf der Fahrbahn – in diesen Abschnitten gehört das Tempo heruntergenommen und der Waldrand in den Blick.